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Auf den Spuren des Weltkulturerbes - Twyfelfontein

Mehr als 800 Kultur- und Naturdenkmäler zählt die ständig wachsende Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. Viele dieser Orte können Sie auf einer Reise mit Djoser bestaunen, so zum Beispiel die uralten Felszeichnungen von Twyfelfontein in Namibia.

Twyfelfontein: Lebendige Vergangenheit in Namibia

visualGut 200 Kilometer nördlich vom bekannten Küstenort Swakopmund liegt das Gebiet von Twyfelfontein im Nordwesten Namibias, geprägt von Buschlandschaft und rötlich schimmernden Felsformationen. Es scheint, als habe sich hier nichts verändert seit der Zeit der ersten menschlichen Ansiedlungen vor ca. 2.600 Jahren. Dem Nomadenvolk der San werden die ältesten der über 2.500 Zeichnungen zugeschrieben, die man im Damara-Tal überall an den Hängen und auf herabgefallenen Felsplatten bewundern kann. So ist es der Ort mit den meisten und ältesten Zeugnissen steinzeitlicher Malerei in ganz Afrika.

Man hat es förmlich vor Augen, wie die Jäger der Steinzeit die Gegend überblickten und in Fels meißelten, was sie sahen. Löwen, Giraffen, Nashörner, Jagdszenen, aber auch Menschen-Darstellungen sind im roten Sandstein von Twyfelfontein verewigt.

visualWarum gerade hier und warum gerade diese Zeichnungen? Das ist bis heute ein Rätsel. Waren es Beschwörungen für eine erfolgreiche Jagd, da sich hier die einzige Quelle und Tränke für die Tiere befand? „Unterricht“ für Kinder? Oder einfach nur ein Zeitvertreib? Zu den bekanntesten Zeichnungen gehören der „Tanzende Kudu“, ein Fabeltier mit abstrakten Ornamenten oder die „Löwenplatte“, auf der eine ganze Szene mit vielen Tieren zu sehen ist. Kurios ist das Bild einer Robbe, gut 100 Kilometer vom Meer entfernt – zumindest heute. Theorien besagen, dass der Ozean damals vielleicht viel weiter ins Landesinnere ragte.

Die einzige Wasserquelle der Gegend war auch stets Namensgeberin für den Ort. Das Ur-Volk der Damara nannte sie Uri-Ais, „springende Quelle“. Als um 1947 weiße Farmer in das Tal kamen, sprudelte das Wasser wohl nicht mehr so zuverlässig. 1964 wurde deshalb die Besiedlung wieder aufgegeben. Geblieben ist der Name in Afrikaans: „Twyfelfontein“, zu deutsch „Zweifelbrunnen“.

visualHeute entdecken Besucher die faszinierenden Gravuren auf geführten Wanderungen. Denn bereits seit 1952 gehört Twyfelfontein zu den „Nationalen Denkmälern“ Namibias – zu seinem Schutz, nicht nur vor Dieben. Die empfindlichen Stein-Malereien sind zunehmend von Verwitterung und Zerstörung bedroht. Manch unwissender Gast schüttet Wasser über die Felsen, um die Bilder besser sichtbar zu machen – aber das löst Salze aus dem Gestein, die die Zeichnungen verblassen lassen. Um Namibia beim Schutz der uralten Kulturschätze zu unterstützen, setzte die UNESCO die Felsgravuren von Twyfelfontein 2007 auf die Liste des Weltkulturerbes. So bleibt zu hoffen, dass ihre Erhaltung noch eine weitere kleine Ewigkeit gelingt.





Erschienen im Magazin "Unterwegs mit Djoser", 12. Ausgabe, Sommer 2008


Afrika