Comeback von Kenia von Hartmut Fiebig
Mit Kenia geht es wieder aufwärts, seit Ende 2002 die Regierung
gewechselt hat. Für den Reisenden bietet das vielfältige Land weit mehr
als nur den klassischen Strand- und Safaritourismus.
„Sehen Sie mal", sagt Busfahrer Kariuki. „Giraffen!". Tatsächlich, zwei
Tiere äsen neben dem Flughafenzaun an einer Schirmakazie! Unecht wirken
sie im Morgenlicht, wie die afrikanische Variante des spanischen
Osborne-Stiers - es fehlt nur die Aufschrift „Welcome to Kenya!". Doch
die Langhälse sind keine Sperrholzattrappen. Auf Nahrungssuche ziehen
sie von der Savanne im Südosten in die Randgebiete Nairobis - und bis
ans Flugfeld.
Unser Bus rumpelt weiter über löchrige Nebenstraßen in Richtung City. In den Vorstadtvierteln herrscht buntes Treiben. Händler haben ihre Stände aufgestellt, verkaufen Mandazi-Fettkringel, Tee, Zeitungen und Zigaretten. Informelle Betriebe sind wichtige Arbeitgeber, immerhin gelten rund 40 % der Kenianer als erwerbslos.
Nairobi ist kein afrikanisches Provinzstädtchen sondern vitale Metropole. Dem Besucher bietet sie ein umfangreiches Nachtleben, sehenswerte Galerien und Museen, Theater - und ausgezeichnete Restaurants, z.B. das weltberühmte Carnivore, das alle möglichen Arten Wild serviert - von Krokodil bis Zebra.
Das kenianische Safari-Kaleidoskop Wer Wildtiere nicht nur auf seinem Teller sehen will, findet in Kenia natürlich bessere Möglichkeiten zur Naturbeobachtung als eine „Safari" entlang des Flughafengeländes. Über 60 ausgewiesene Nationalparks und -reserves schützen so unterschiedliche Lebensräume wie Korallenriffe, Wüsten, Savannen, Hochgebirge und Urwald.
Königin der kenianischen Parks ist das Masai Mara Nationalreserve in Südwest-Kenia. Zwischen Juli und Oktober, zur Zeit der Tierwanderung, ziehen rund zwei Millionen Zebras, Gnus, Gazellen und Topis dem Regen hinterher. Streckenweise schließen sich sogar Raubtiere an. Nirgends sind die Chancen besser, dem König der Tiere in freier Wildbahn beim Mahl zuzusehen. Unvergessliche Bilder sind das, wenn eine Löwensippe mit blutverschmierten Schnauzen am Kadaver eines Gnus liegt und frisst, während die Kleinsten mit dem abgetrennten Schwanz des Opfers Fangen spielen. Normalerweise nalparks und -reserves schützen so unterschiedliche schlägt sich zuerst der Patriarch den Bauch voll. Doch während der Zeit der Migration ist der Tisch in der Masai Mara reich gedeckt, eine Tafelordnung bei Familie Simba überflüssig.
Der Lake Nakuru Nationalpark im Rift Valley ist vor allem für seine Flamingos bekannt, eignet sich aber auch besonders zur Nashorn-Beobachtung. Vom Lion Hill am Ostufer wirkt der See wie ein Smaragd, der von einem rosa Band aus bis zu drei Millionen Wasservögeln eingefasst wird. Es ist ein grandioses Ballett, dass die langbeinigen, rosa Schönheiten aufführen. Immer drei Vogelreihen bewegen sich beim Schnäbeln ihrer Algensuppe mit gesenktem Kopf synchron nach rechts, die nächsten drei Reihen nach links. Werden sie aufgeschreckt, verwandelt sich das rosa Band in einen fliegenden Teppich von Tausenden von Flamingos.
Mt. Kenya - Auf dem „Berg des Lichts" Buchstäblicher Höhepunkt einer
Kenia-Reise ist eine Tour zum Mt. Kenya. An klaren Tagen ist der
zweithöchsten Berg des Kontinentes sogar von Nairobi aus zu sehen.
„Vier Routen und verschiedene Hütten erschließen den Mt. Kenya. Da
Buchstäblicher Höhepunkt einer Kenia-Reise ist eine Tour zum Mt. Kenya.
An klaren Tagen ist der zweithöchsten Berg des Kontinentes sogar von
Nairobi aus zu sehen. „Vier Routen und verschiedene Hütten erschließen
den Mt. Kenya. Da es in der Vergangenheit illegale Waldrodungen gab,
ist das Schutzgebiet jüngst nochmals entscheidend vergrößert worden.",
erläutert Bongo Woodley, englischstämmiger Senior Warden des Parks.
Bereits sein Vater versah hier seinen Dienst - und ließ sich bei der
Namensgebung für seinen Sohn vom Namen einer scheuen Urwaldantilope
inspirieren. Nach dem Aufstehen sehen wir in der Morgendämmerung unser
Ziel: Mit glühender Schneekappe steht der Mt. Kenya da und macht
glaubhaft, dass der eisige, 5199 m messende Riese einst Feuer spie.
Beruhigende 3,5 Millionen Jahre ist die vulkanische Aktivität
allerdings her. Den Legenden des Kikuyu-Volkes zufolge ist Kirinyaga,
der ‚Berg des Lichts', die Wohnstatt von Gott Ngai. Mit Proviant für
unsere Wanderung geht es durch dichten Wald bergauf. Mit der Ehrfurcht
von Liliputanern stapfen wir über Wildwechsel, die Elefanten und Büffel
in den Wald aus gigantischen gelben Mikadostäben gebrochen haben: 15
Meter hoch und beindick sind die Verwandten unserer Gräser.
Wer den zweithöchsten Berg Afrikas nicht nur umwandert sondern besteigt, durchquert verschiedene Klima- und Vegetationszonen. Das botanische Kuriositätenkabinett hält weitere Überraschungen bereit. Die auffälligsten Wesen am Mt. Kenya sind Riesenkreuzkräuter und Lobelien - Blumen, deren europäische Verwandte 30 cm messen, die hier jedoch 6 m Höhe erreichen und bis zu 200 Jahre alt sind. Um Schneefall und Frost bis in Höhen von 4650 m zu trotzen, haben die Pflanzen faszinierende Anpassungen entwickelt, z.B. ein eigenes Frostschutzmittel. Nicht zu fassen, dass 17 km nördlich von hier der Äquator verläuft!
Wer den zweithöchsten Berg Afrikas nicht nur umwandert sondern besteigt, durchquert verschiedene Klima- und Vegetationszonen. Das botanische Kuriositätenkabinett hält weitere Überraschungen bereit. Die auffälligsten Wesen am Mt. Kenya sind Riesenkreuzkräuter und Lobelien - Blumen, deren europäische Verwandte 30 cm messen, die hier jedoch 6 m Höhe erreichen und bis zu 200 Jahre alt sind. Um Schneefall und Frost bis in Höhen von 4650 m zu trotzen, haben die Pflanzen faszinierende Anpassungen entwickelt, z.B. ein eigenes Frostschutzmittel. Nicht zu fassen, dass 17 km nördlich von hier der Äquator verläuft!
Zurück in Nairobi in der hektischen Welt der Handys und des Internets,
ist das langsame Leben rund um den heiligen Berg der Kikuyu nur noch
ein ferner Traum. Wie meinte noch Busfahrer Kariuki? „Wissen Sie, Kenia
befindet sich am Anfang der spannendesten aller Safaris: der Zukunft!"
Hartmut Fiebig reist bereits solange er denken kann: Aufgewachsen ist er in Ägypten, ein Drittel seines Lebens verbrachte er auf dem afrikanischen Kontinent. Nach dem Studium der Islam- und Tropischen Agrarwissenschaften erkundete er in unzähligen Reisen Afrika und den Orient. Heute ist er als Autor, Fotograf und Moderator tätig. Seine Fotografien und Texte wurden in internationalen wie deutschen Zeitungen und Magazinen veröffentlicht, seine Diavorträge mehrfach ausgezeichnet. Hartmut Fiebig ist Mitbegründer von grenzgang, dem Forum für Reisen, Kultur und Medien, und Autor des Reise-Know-How- Führers „Kenia". Infos zu aktuellen Dia-Vortragsterminen finden Sie unter www.hartmut-fiebig.de.
Auf der Djoser-Reise durch Kenia und Tansania kommen Sie zum Lake Nakuru, zum Mount Kenia und natürlich geht es auf Safari in verschiedenen Nationalparks.
23 Tage Kenia & Tansania ab € 1.895,- Für mehr Informationen klicken Sie auf www.djoser.de
Erschienen im 4. Magazin (Sommer 2005)
Unser Bus rumpelt weiter über löchrige Nebenstraßen in Richtung City. In den Vorstadtvierteln herrscht buntes Treiben. Händler haben ihre Stände aufgestellt, verkaufen Mandazi-Fettkringel, Tee, Zeitungen und Zigaretten. Informelle Betriebe sind wichtige Arbeitgeber, immerhin gelten rund 40 % der Kenianer als erwerbslos.
Nairobi ist kein afrikanisches Provinzstädtchen sondern vitale Metropole. Dem Besucher bietet sie ein umfangreiches Nachtleben, sehenswerte Galerien und Museen, Theater - und ausgezeichnete Restaurants, z.B. das weltberühmte Carnivore, das alle möglichen Arten Wild serviert - von Krokodil bis Zebra.
Das kenianische Safari-Kaleidoskop Wer Wildtiere nicht nur auf seinem Teller sehen will, findet in Kenia natürlich bessere Möglichkeiten zur Naturbeobachtung als eine „Safari" entlang des Flughafengeländes. Über 60 ausgewiesene Nationalparks und -reserves schützen so unterschiedliche Lebensräume wie Korallenriffe, Wüsten, Savannen, Hochgebirge und Urwald.
Königin der kenianischen Parks ist das Masai Mara Nationalreserve in Südwest-Kenia. Zwischen Juli und Oktober, zur Zeit der Tierwanderung, ziehen rund zwei Millionen Zebras, Gnus, Gazellen und Topis dem Regen hinterher. Streckenweise schließen sich sogar Raubtiere an. Nirgends sind die Chancen besser, dem König der Tiere in freier Wildbahn beim Mahl zuzusehen. Unvergessliche Bilder sind das, wenn eine Löwensippe mit blutverschmierten Schnauzen am Kadaver eines Gnus liegt und frisst, während die Kleinsten mit dem abgetrennten Schwanz des Opfers Fangen spielen. Normalerweise nalparks und -reserves schützen so unterschiedliche schlägt sich zuerst der Patriarch den Bauch voll. Doch während der Zeit der Migration ist der Tisch in der Masai Mara reich gedeckt, eine Tafelordnung bei Familie Simba überflüssig.
Der Lake Nakuru Nationalpark im Rift Valley ist vor allem für seine Flamingos bekannt, eignet sich aber auch besonders zur Nashorn-Beobachtung. Vom Lion Hill am Ostufer wirkt der See wie ein Smaragd, der von einem rosa Band aus bis zu drei Millionen Wasservögeln eingefasst wird. Es ist ein grandioses Ballett, dass die langbeinigen, rosa Schönheiten aufführen. Immer drei Vogelreihen bewegen sich beim Schnäbeln ihrer Algensuppe mit gesenktem Kopf synchron nach rechts, die nächsten drei Reihen nach links. Werden sie aufgeschreckt, verwandelt sich das rosa Band in einen fliegenden Teppich von Tausenden von Flamingos.
Wer den zweithöchsten Berg Afrikas nicht nur umwandert sondern besteigt, durchquert verschiedene Klima- und Vegetationszonen. Das botanische Kuriositätenkabinett hält weitere Überraschungen bereit. Die auffälligsten Wesen am Mt. Kenya sind Riesenkreuzkräuter und Lobelien - Blumen, deren europäische Verwandte 30 cm messen, die hier jedoch 6 m Höhe erreichen und bis zu 200 Jahre alt sind. Um Schneefall und Frost bis in Höhen von 4650 m zu trotzen, haben die Pflanzen faszinierende Anpassungen entwickelt, z.B. ein eigenes Frostschutzmittel. Nicht zu fassen, dass 17 km nördlich von hier der Äquator verläuft!
Wer den zweithöchsten Berg Afrikas nicht nur umwandert sondern besteigt, durchquert verschiedene Klima- und Vegetationszonen. Das botanische Kuriositätenkabinett hält weitere Überraschungen bereit. Die auffälligsten Wesen am Mt. Kenya sind Riesenkreuzkräuter und Lobelien - Blumen, deren europäische Verwandte 30 cm messen, die hier jedoch 6 m Höhe erreichen und bis zu 200 Jahre alt sind. Um Schneefall und Frost bis in Höhen von 4650 m zu trotzen, haben die Pflanzen faszinierende Anpassungen entwickelt, z.B. ein eigenes Frostschutzmittel. Nicht zu fassen, dass 17 km nördlich von hier der Äquator verläuft!
Hartmut Fiebig reist bereits solange er denken kann: Aufgewachsen ist er in Ägypten, ein Drittel seines Lebens verbrachte er auf dem afrikanischen Kontinent. Nach dem Studium der Islam- und Tropischen Agrarwissenschaften erkundete er in unzähligen Reisen Afrika und den Orient. Heute ist er als Autor, Fotograf und Moderator tätig. Seine Fotografien und Texte wurden in internationalen wie deutschen Zeitungen und Magazinen veröffentlicht, seine Diavorträge mehrfach ausgezeichnet. Hartmut Fiebig ist Mitbegründer von grenzgang, dem Forum für Reisen, Kultur und Medien, und Autor des Reise-Know-How- Führers „Kenia". Infos zu aktuellen Dia-Vortragsterminen finden Sie unter www.hartmut-fiebig.de.
Auf der Djoser-Reise durch Kenia und Tansania kommen Sie zum Lake Nakuru, zum Mount Kenia und natürlich geht es auf Safari in verschiedenen Nationalparks.
23 Tage Kenia & Tansania ab € 1.895,- Für mehr Informationen klicken Sie auf www.djoser.de
Erschienen im 4. Magazin (Sommer 2005)