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Mexiko: Auszüge aus einem Reisetagebuch

cms_visual_957.jpgMexiko & Guatemala

Tag 3: Mexiko City
La Ciudad de Mexico – eine der größten Städte der Welt! Schon beim Anflug über das Häusermeer konnte ich es kaum erwarten, diese faszinierende Metropole zu erleben. Heute – nach zwei Tagen in der Stadt – haben wir aber beschlossen, den Trubel hinter uns zu lassen und einen Ausflug nach Teotihuacán zu machen. Nach etwa einer Stunde Busfahrt konnten wir schon die Spitze der gewaltigen Sonnenpyramide am Horizont erkennen. Viel ist nicht bekannt über diese imposante Stätte, aber was man weiß, konnte unser Guide uns anschaulich erklären. Mit ihm haben wir im Laufe des Vormittags mehr als eine Pyramide erklommen. Doch die beschwerlichen Aufstiege sind die Mühe wert: Von oben kann man die gesamte Anlage überblicken und die Aussicht in die Ferne genießen. Ein wahrhaft magischer Ort!

Tag 5: Oaxaca
Mit unserem Bus ging es gestern von Mexiko City nach Oaxaca, einer zauberhaften Kolonialstadt. Vor allem die schöne Fußgängerzone mit ihren interessanten Geschäften hat es mir angetan. Unser gemütliches Hotel befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Zócalo, dem zentralen Platz aller mexikanischen Städte. Daher ist es nicht weit zu den Sehenswürdigkeiten und gestern habe ich gleich nach unserer Ankunft noch eine Runde durch die Stadt gedreht. Einem Tipp unseres Reisebegleiters sind wir am Abend nachgegangen: Gegenüber der geschäftigen Markthallen befindet sich das „Casa del Mezcal“, in dem man nicht nur den berühmten Agavenschnaps probieren, sondern auch die Atmosphäre eines typisch mexikanischen Lokals miterleben kann.

cms_visual_958.jpgTag 11: Flores/Tikal
Die Zeit vergeht wie im Flug! Schon sind wir in Guatemala und erkunden den Petén, ein riesiges Dschungelgebiet im Norden. Heute hieß es früh aufstehen und schon um fünf saßen wir im Bus nach Tikal. Während sich die ersten Sonnenstrahlen ihren Weg durch das Dickicht des Urwaldes suchten, liefen wir bereits zwischen den Mayatempeln umher. Irgendwoher hörten wir Tierlaute und später bekamen wir einige dieser Waldbewohner sogar zu Gesicht, darunter Affen und Nasenbären. Unser erstes Ziel war die majestätische Jaguar-Pyramide. Oben angekommen wandert der Blick über ein Meer aus Bäumen. Der Wald erstreckt sich so weit das Auge reicht, nur durch die Spitzen der weißgrauen Tempelanlagen unterbrochen. Ein Anblick, den ich sicherlich nie vergessen werde!
Nachmittags waren wir zurück in Flores und nutzten den Hotelpool für eine kleine Abkühlung. Schnell war die Neugier wieder geweckt und wir gingen auf Erkundungstour durch die kleine Stadt, die malerisch auf einer Insel im Petén-Itzá-See liegt.

Tag 19: Panajachel
Mit der Geschichte der Maya kennen wir uns mittlerweile bestens aus. Jetzt wird es Zeit, auch ihr heutiges Leben kennen zu lernen. Dafür eignet sich das Hochland im Süden Guatemalas besonders gut: In den Dörfern rund um den Lago de Atitlán leben zahlreiche Maya, deren Dörfer wir bei einem Bootsausflug erkundet haben. Zunächst ging es über den spiegelglatten See nach Santiago de Atitlán. Hier kann man interessante Einblicke in den Alltag der Einwohner erhalten, die in erster Linie vom Fischfang und der Herstellung von Einbäumen leben.Unser nächster Stopp war San Pedro, das  traumhaft am Fuße eines der erloschenen Vulkane liegt, die das Ufer des Sees säumen. Der Ort hat viel Charme: kleine Gassen, Frauen in Trachten, ein bunter Markt mit frischem Obst und Gemüse. Direkt am See haben wir in einem netten Restaurant zu Mittag gegessen, bevor unsere Tour weiter ging. Pünktlich zum Sonnenuntergang stand ich aber wieder am Strand von Panajachel und konnte bewundern, wie der See in allen erdenklichen Farben erstrahlte, bevor es dunkel wurde.

Tag 21: San Christóbal
Im Vergleich zu den Temperaturen der letzten Wochen ist es in San Christóbal herrlich frisch. Hier auf über 2000 Metern Höhe herrscht das ganze Jahr über Frühling. Ich haben den schönen Tag genutzt, um die hiesigen Märkte zu erkunden. Rund um die Kirche Santo Domingo werden bunte Textilien und aufwendig gearbeiteten Holzschnitzereien angeboten. Noch begeisterter war ich aber vom lokalen Markt, auf dem sich die Einheimischen mit Nahrungssmitteln versorgen. Mit meinen zwei Brocken Spanisch habe ich sogar mit einer freundlichen Marktfrau gehandelt und schließlich zwei zuckersüße Mangos erworben. Sie fand es scheinbar so rührend und lustig, wieviel Mühe ich mir gegeben habe, dass sie mir zusätzlich noch eine Handvoll Trauben in die Tüte packte und sie mir mit einem strahlenden Lächeln übergab.

Tag 24: Puerto Escondido
Gerade komme ich von einem Strandspaziergang zurück und schaue noch ein wenig den Surfern zu, die sich in den Wellen tummeln. cms_visual_960.jpgNachdem ich gestern einen wunderbar ruhigen Tag mit Schwimmen und Sonnen in einer der kleinen Buchten von Puerto Escondido verbracht habe, wollte ich heute wieder etwas unternehmen. Einige von uns machten sich mit mir auf den Weg nach Mazunte, einem kleinen Ort an der Küste. Hier werden Meeresschildkröten nicht mehr gejagt, sondern geschützt. An den Strand kommen die riesigen Tiere zwar nur zur Eiablage, im Centro de la Tortuga konnten wir einige Exemplare aber trotzdem aus der Nähe bestaunen und einiges über ihr Leben erfahren. Und wer weiß, vielleicht schwimmt gerade jetzt eine ganz in der Nähe vorbei, um dann wieder in der Weite des Pazifiks zu verschwinden?

Erschienen im 6. Magazin (Sommer 2006)