Mexiko: Auszüge aus einem Reisetagebuch
Tag 3: Mexiko City
La Ciudad de Mexico – eine der größten Städte der Welt!
Schon beim Anflug über das Häusermeer konnte ich es kaum erwarten, diese
faszinierende Metropole zu erleben. Heute – nach zwei Tagen in der Stadt –
haben wir aber beschlossen, den Trubel hinter uns zu lassen und einen Ausflug
nach Teotihuacán zu machen. Nach etwa einer Stunde Busfahrt konnten wir schon
die Spitze der gewaltigen Sonnenpyramide am Horizont erkennen. Viel ist nicht bekannt
über diese imposante Stätte, aber was man weiß, konnte unser Guide uns
anschaulich erklären. Mit ihm haben wir im Laufe des Vormittags mehr als eine
Pyramide erklommen. Doch die beschwerlichen Aufstiege sind die Mühe wert: Von
oben kann man die gesamte Anlage überblicken und die Aussicht in die Ferne
genießen. Ein wahrhaft magischer Ort!
Tag 5: Oaxaca
Mit unserem Bus ging es gestern von Mexiko City nach Oaxaca,
einer zauberhaften Kolonialstadt. Vor allem die schöne Fußgängerzone mit ihren
interessanten Geschäften hat es mir angetan. Unser gemütliches Hotel befindet
sich in unmittelbarer Nähe zum Zócalo, dem zentralen Platz aller mexikanischen
Städte. Daher ist es nicht weit zu den Sehenswürdigkeiten und gestern habe ich
gleich nach unserer Ankunft noch eine Runde durch die Stadt gedreht. Einem Tipp
unseres Reisebegleiters sind wir am Abend nachgegangen: Gegenüber der
geschäftigen Markthallen befindet sich das „Casa del Mezcal“, in dem man nicht
nur den berühmten Agavenschnaps probieren, sondern auch die Atmosphäre eines
typisch mexikanischen Lokals miterleben kann.
Tag 11: Flores/Tikal
Die Zeit vergeht wie im Flug! Schon sind wir in Guatemala
und erkunden den Petén, ein riesiges Dschungelgebiet im Norden. Heute hieß es
früh aufstehen und schon um fünf saßen wir im Bus nach Tikal. Während sich die
ersten Sonnenstrahlen ihren Weg durch das Dickicht des Urwaldes suchten, liefen
wir bereits zwischen den Mayatempeln umher. Irgendwoher hörten wir Tierlaute
und später bekamen wir einige dieser Waldbewohner sogar zu Gesicht, darunter
Affen und Nasenbären. Unser erstes Ziel war die majestätische Jaguar-Pyramide.
Oben angekommen wandert der Blick über ein Meer aus Bäumen. Der Wald erstreckt
sich so weit das Auge reicht, nur durch die Spitzen der weißgrauen Tempelanlagen
unterbrochen. Ein Anblick, den ich sicherlich nie vergessen werde!
Nachmittags waren wir zurück in Flores und nutzten den
Hotelpool für eine kleine Abkühlung. Schnell war die Neugier wieder geweckt und
wir gingen auf Erkundungstour durch die kleine Stadt, die malerisch auf einer
Insel im Petén-Itzá-See liegt.
Tag 19: Panajachel
Mit der Geschichte der Maya kennen wir uns mittlerweile
bestens aus. Jetzt wird es Zeit, auch ihr heutiges Leben kennen zu lernen.
Dafür eignet sich das Hochland im Süden Guatemalas besonders gut: In den
Dörfern rund um den Lago de Atitlán leben zahlreiche Maya, deren Dörfer wir bei
einem Bootsausflug erkundet haben. Zunächst ging es über den spiegelglatten See
nach Santiago de Atitlán. Hier kann man interessante Einblicke in den Alltag
der Einwohner erhalten, die in erster Linie vom Fischfang und der Herstellung
von Einbäumen leben.Unser nächster Stopp war San Pedro, das traumhaft am Fuße eines der erloschenen
Vulkane liegt, die das Ufer des Sees säumen. Der Ort hat viel Charme: kleine
Gassen, Frauen in Trachten, ein bunter Markt mit frischem Obst und Gemüse.
Direkt am See haben wir in einem netten Restaurant zu Mittag gegessen, bevor
unsere Tour weiter ging. Pünktlich zum Sonnenuntergang stand ich aber wieder am
Strand von Panajachel und konnte bewundern, wie der See in allen erdenklichen
Farben erstrahlte, bevor es dunkel wurde.
Tag 21: San Christóbal
Im Vergleich zu den Temperaturen der letzten Wochen ist es
in San Christóbal herrlich frisch. Hier auf über 2000 Metern Höhe herrscht das
ganze Jahr über Frühling. Ich haben den schönen Tag genutzt, um die hiesigen
Märkte zu erkunden. Rund um die Kirche Santo Domingo werden bunte Textilien und
aufwendig gearbeiteten Holzschnitzereien angeboten. Noch begeisterter war ich
aber vom lokalen Markt, auf dem sich die Einheimischen mit Nahrungssmitteln
versorgen. Mit meinen zwei Brocken Spanisch habe ich sogar mit einer
freundlichen Marktfrau gehandelt und schließlich zwei zuckersüße Mangos
erworben. Sie fand es scheinbar so rührend und lustig, wieviel Mühe ich mir
gegeben habe, dass sie mir zusätzlich noch eine Handvoll Trauben in die Tüte
packte und sie mir mit einem strahlenden Lächeln übergab.
Tag 24: Puerto Escondido
Gerade komme ich von einem Strandspaziergang zurück und
schaue noch ein wenig den Surfern zu, die sich in den Wellen tummeln.
Nachdem
ich gestern einen wunderbar ruhigen Tag mit Schwimmen und Sonnen in einer der
kleinen Buchten von Puerto Escondido verbracht habe, wollte ich heute wieder
etwas unternehmen. Einige von uns machten sich mit mir auf den Weg nach
Mazunte, einem kleinen Ort an der Küste. Hier werden Meeresschildkröten nicht
mehr gejagt, sondern geschützt. An den Strand kommen die riesigen Tiere zwar
nur zur Eiablage, im Centro de la Tortuga konnten wir einige Exemplare aber
trotzdem aus der Nähe bestaunen und einiges über ihr Leben erfahren.
Und wer weiß, vielleicht schwimmt gerade jetzt eine ganz in
der Nähe vorbei, um dann wieder in der Weite des Pazifiks zu verschwinden?
Erschienen im 6. Magazin (Sommer 2006)