Auf den Spuren des Weltkulturerbes - Der Pantanal
Mehr als 800 Kultur- und Naturdenkmäler zählt die ständig wachsende
Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. Viele dieser Orte
können Sie auf einer Reise mit Djoser bestaunen, so zum Beispiel das
mysteriöse Orakel von Delphi in Griechenland und das einzigartige
Naturparadies des Pantanal in Brasilien.
Der Pantanal: Naturparadies Brasiliens
Wörtlich übersetzt stammt der Name „Pantanal“ aus dem Portugiesischen
(pântano) und bedeutet „Sumpf“. Aber diese einfache Bezeichnung reicht bei weitem nicht aus, um eines der größten und artenreichsten Ökosysteme der Erde
zu beschreiben.
Riesige Wasserflächen, regenwaldartige Fluss- galeriewälder, ausgedehnte Savannen
und großflächige Trockenwälder bilden eine faszinierende Szenerie im Südwesten
Brasiliens – gespeist vom gewaltigen Rio Paraguay, der als einziger Abfluss für
die Wasser-
massen aus dem Norden des Landes dient. Die enorme, noch wenig
erschlossene und kaum bewohnte Flussniederung erstreckt sich auf einer Fläche
von 230.000 km2. Das entspricht etwa der Größe der ehemaligen Bundesrepublik
Deutschland vor der Wiedervereinigung.
Die Ausläufer des Pantanal reichen bis
in die westlichen Nachbarstaaten Brasiliens, Paraguay und Bolivien, hinein.
Seine einzigartige Landschaft verdankt das Gebiet vor allem seiner Lage nur
knapp 100 m über dem Meeresspiegel und dem besonderen Klima mit intensiven
Regen- und Trockenzeiten. Der Rio Paraguay durchfließt den Pantanal mit einem
kaum wahrnehmbaren Gefälle, so dass die Wassermassen in der Regenzeit von
November bis März nur sehr langsam ablaufen können.
Weite Teile der Region werden dann
überschwemmt, zum Teil mehrere Meter hoch. In der Trockenzeit bilden die
Ablagerungen aus dem Fluss neue Nährstoffe und Nahrung für Pflanzen (im
Pantanal finden sich über 2000 Pflanzenarten) und Tiere.
Denn nicht nur die fantastische Landschaft versetzt Besucher in helles Erstaunen. Auch die Artenvielfalt ist
überaus bemerkenswert. Es gibt zum Beispiel geschätzte 665 verschiedene Vogelarten – das ist mehr, als im gesamten Europa. Und Ornithologen bezweifeln,
dass derzeit alle vertretenen Arten erfasst sind!
Darüber hinaus sind mehr als
120 Säugetierarten in der Flussebene heimisch, darunter Raubtiere wie der Jaguar, der Puma und der Ozelot. Zudem ist sie die Heimat der Capybaras (Wasserschweine), der größten Säugegetiere der Welt, und der vom Aussterben bedrohten Riesenotter. Auch der Fischreichtum der Gewässer ist beeindruckend: etwa 269 Fischarten sind bislang
registriert und teilen sich ihren Lebensraum mit unzähligen Reptilien,
Amphibien und Insekten. Umweltfreunde und Naturschützer fasziniert die einzigartige Ökologie des Pantanal seit jeher. Aufgrund seines großartigen natürlichen
Reichtums ist er im Jahr 2000 in Brasilien zum Biosphärenreservat erklärt
worden. Im gleichen Jahr verlieh ihm die UNESCO den Status eines Weltnaturerbes
der Menschheit.
Erschienen im Magazin "Unterwegs mit
Djoser", 11. Ausgabe, Frühling 2008