Lesotho - Wohnen mit Dorfanschluss

Wer bei Maseru die Grenze von Südafrika nach Lesotho überquert, wird feststellen, dass es eine Steigerung des Gefühls, in Afrika zu sein, gibt. Während Südafrika in vielen Bereichen sehr modern und ein europäischer Einfluss trotz aller Safari-Romantik allgegenwärtig ist, so wirkt Lesotho gleich auf den ersten Blick traditioneller, einfacher. Und tatsächlich ist Lesotho einer der am wenigsten entwickelten Staaten der Erde. Und gerade darin liegt für den Besucher der Reiz. Komplett von Südafrika umgeben, befindet sich 80% der Staatsfläche des kleinen Königreichs auf einer Höhe von über 1800 m, weshalb Lesotho auch das „Kingdom in the Sky“ genannt wird. Unser Ziel in Lesotho ist Malealea, ca. 85 km von Maseru entfernt.

Nachdem wir das quirlige Straßenleben der Hauptstadt mit seinen fliegenden Händlern und unzähligen, verbeulten Sammeltaxis hinter uns gelassen haben, geht es Richtung Südosten. Schnell verlassen wir das Highveld, das südafrikanische Inlandsplateau, und beginnen über zuerst noch relativ gute, asphaltierte Straßen die Fahrt in das Hochland von Lesotho. Immer wieder begegnen uns am Wegesrand Hirten, die ihre Schafe hüten und häufig noch in die typischen, bunt-gemusterten Basotho-Wolldecken eingehüllt sind, die für Touristen mittlerweile ein beliebtes Souvenir sind. In den kleinen Dörfern bilden die traditionellen Rundhütten mit ihren strohgedeckten Dächern einen bizarren Kontrast zu den einfachen Gebäuden, die komplett in der roten Farbe und den Logos eines Mobilfunkanbieters gestrichen sind. Immer wieder begeistert uns in dieser zerklüfteten Berglandschaft der weite Blick über die Täler und das Wechselspiel von Himmel und Wolken.

   

Schließlich verlassen wir die asphaltierte Straße und fahren über eine abenteuerliche Schotterstraße bis auf über 2000 m und überqueren den Pass mit dem wohlklingenden Namen „Gate of Paradise“. Von hier aus ist es nicht mehr weit zur Malealea-Lodge, wo wir die nächsten Tage verbringen werden. Unsere Unterkunft ist eine Sehenswürdigkeit für sich. Ehemals ein abgelegener Handelsposten, der während des britischen Protektorats Anfang des 20. Jahrhunderts gegründet wurde, empfängt die Lodge heute Besucher aus aller Welt. Gleich bei Ankunft begeistert uns das Bergpanorama, das Gefühl der Weltabgeschiedenheit. Um ein Hauptgebäude, das ehemalige Depot, das außen schreiend-bunte afrikanische Wandmalerei ziert, gruppieren sich die landestypischen Rondavel-Hütten.

Schon früh wurde hier begonnen, den Tourismus als Teil der Dorfgemeinschaft zu organisieren und so sind es die Menschen aus der Umgebung, welche uns Touristen mit offener Herzlichkeit empfangen. Die Frauen, die das Abendessen mit einer Glocke einläuten und liebevoll ein Buffet arrangieren. Der Barmann, der nicht nur Cocktails mixt, sondern auch die Wäsche in Empfang nimmt. Der Guide, der mit uns einen unvergesslichen Ausflug hoch zu Pferd zu den 20.000 Jahre alten Felszeichnungen der San macht. Denn trotz ihres Namens sind die berühmten Basotho-Ponys nicht gerade klein. Und wenn abends der Dorfchor zu Besuch kommt und traditionelle Lieder mit voller Inbrunst und einem gehörigen Schuss Humor zum Besten gibt, dann wirkt das ganz anders und ungezwungen als in ähnlichen Situationen, wo Folklore  künstlich scheint und schnell zum Kitsch wird. Malealea, hoch oben in den Bergen Lesothos, war definitiv ein Höhepunkt unserer Reise ins südliche Afrika.

   

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