Namibia - Botswana

Namibia: Weihnachten mal ganz anders!

 

Ich hatte mich schon lange auf die Zeltsafari durch Namibia, Botswana und Sambia gefreut. Einziger „Minuspunkt“ war der Reisezeitpunkt über Weihnachten gewesen. Weihnachten bei 35 Grad im Schatten, weit weg von Familie, Freunden und Weihnachtsbaum – wie würde das wohl werden? In jedem Falle ganz anders. Meine Gefühle waren sehr gemischt, doch es kam wirklich ganz anders!

Am Morgen des 24. Dezembers besuchten wir noch die Ohrenrobbenkolonie bei Capein.


Cross - in der Tat wenig weihnachtlich. Robben entlang der Küste wohin das Auge blickt, ein ohrenbetäubender Geräuschpegel und fischiger Geruch in der Luft. Trotzdem: vor allem der Masse an Tieren wegen ein unvergesslicher Anblick.

Doch dann fuhren wir weiter ins Spitzkoppe-Gebiet und schlugen unsere Zelte direkt unter einem runden Felsen auf. Ich glaube, wir waren die einzige Gruppe auf dem Campingplatz. Jedenfalls begegneten wir keinem anderen Menschen. In einem atemberaubend goldenen Nachmittagssonnenlicht spazierten wir durch kniehohes Gras, umgeben von Felsformationen die aussahen, als hätte der liebe Gott mit Murmeln gespielt. Grillenzirpen und Vogelgezwitscher waren die einzigen Geräusche. Hier, in dieser grandiosen Landschaft, überkam mich ein Weihnachtsgefühl, das selbst beim schönsten djoser_SpitzkoppeGottesdienst mit Bachs Weihnachtsoratorium nicht hätte wunderbarer sein können!

Und wer an dieser Stelle mehr über Namibia erfahren möchte sollte den Beitrag "Namibia-Botswana-Simbabwe Faszination des südlichen Afrikas" lesen.

Botswana: Nasses Abenteuer im Okavangodelta

Die 2 Tage im Okavango-Delta sollten ein besonderes Highlight der Reise werden, besonders die Sonnenuntergänge seien dort spektakulär, so die Katalogbeschreibung. Als wir auf einem umgebauten Truck auf der Ladefläche saßen und es zu tröpfeln anfing, waren wir alle noch guter Dinge. Doch der Regen wurde stärker und stärker, und als wir an der Einbaum-Anlegestelle ankamen, waren wir schon leicht durchnässt. Während der Fahrt im Mokoro bis zum Camp hatte keiner so recht die Muße, die schönen Seerosen ringsum zu bewundern oder das lautlose Dahingleiten durchs glasklare Wasser zu genießen. Was, wenn es immer so weiter regnet in Botswana? 2 Tage im Zelt sitzen? Und welchen Sonnenuntergang sollten wir denn dann genießen?

Im Camp angekommen ging es dann erst richtig los – ein gewaltiger Regenschauer ergoss sich aus grauem Himmel und bis alle Zelte aufgebaut waren, gab es kein trockenes Kleidungsstück mehr am Körper. Nicht nur das: Matratzen, Schlafsäcke, Wechselkleidung – einfach alles war tropfnass – und auch die in strömendem regen aufgebauten Zelte waren natürlich nicht vom regen verschont geblieben. Die Stimmung sank kurzzeitig auf den Nullpunkt während alle in kleinen Grüppchen in den Zelten hockten und angespannt dem Regen lauschten. Wurde es gerade nicht leiser? Sicher hörte es gleich auf. Nein, da wurde es schon wieder stärker! Nach gefühlt endloser Zeit hörte es tatsächlich auf zu regnen, die einheimischen Fischer bekamen in Rekordzeit und trotz der Nässe ein Feuer in Gang – und unser Koch, die gute Seele, hatte schon während des Regens in seinem Zelt ein Mittagessen gezaubert. Bald kochte das Teewasser über dem Feuer – wie großartig und wunderbar die einfachsten Dinge der Welt sein können wenn man in Botswana ist!

Nach einer weiteren Stundedjoser_Okavangodelta (3) dann das Wunder: die Sonne brach strahlend durch die Wolken! Nachdem wir alles – wirklich alles: Kleider, Schuhe, Schlafsäcke, Matratzen - über Büsche und kleine Bäume zum Trocknen gehängt hatten, ging es los mit dem Game-Walk. Zur Belohnung der überstandenen Regenstrapazen begegneten wir einer großen Herde Zebras – was für ein Gefühl, diesen Tieren in freier Wildbahn so nahe zu kommen! Und schließlich wurden wir tatsächlich noch mit einem wunderbaren Sonnenuntergang im Okavango-Delta belohnt.

Doch die größte Freude erwartete uns nach der Rückkehr: alles – wirklich alles! – war in der kurzen Zeit von der Sonne getrocknet worden, so dass alle nach einem herrlichen Abend am Lagerfeuer trocken und zufrieden ins Zelt kriechen konnten. Nach einer Nacht mit fantastischem Zikaden- und Froschkonzert (alles kostenlos!) konnten wir am nächsten Tag bei strahlendem Sonnenschein eine weitere Mokoro-Fahrt genießen – diesmal hatten alle Augen für die schönen Seerosen, das glasklare Wasser und die Hippos, die in den Pools immer wieder vor uns auftauchten.

Am Ende der Reise war das Regenabenteuer im Okavango-Delta zum Highlight der Botswana Reise geworden - die wirklichen Abenteuer stehen eben nicht im Katalog…

Ulrike B.

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  • Kommentar von Hans-Jürgen Röttger
    Ein wunderbarer Bericht. Ich kenne Namibia sehr gut und auch den Okavango, jedenfalls auf der Namibianischen Seite. Ich hatte das Glück, einmal mit einem Ranger in der Regenzeit den Caprivi bis zu den Viktoria-Fällen fahren zu dürfen. Das Gebiet ist normalerweise um diese Zeit gesperrt. Regen in heißer, feuchter Luft, lässt alles am Körper kleben. Trotzdem ein unvergessliches Abenteuer. Ich kann Deine Begeisterung nachempfinden und habe mich über die traumhaft schönen Bilder gefreut. Man bekommt "Heimweh".
    10. Januar 2014

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