Taiwan: Überraschend anders!

Taiwan: Überraschend anders!

Bei dem Gedanken an meine Reise nach Taiwan kam unweigerlich die Vermutung auf, ein Fleckchen Erde zu besuchen, das China in allem sehr ähnelt. Ich erwartete überfüllte Sehenswürdigkeiten, Gedrängel, extreme Lautstärke und chinesisches Essen, wurde aber eines Besseren belehrt. Taiwan ist viel mehr als eine Kopie Chinas: Hinreißende Tempel stehen in modernen Städten, Orte der Stille findet derjenige, der sie sucht, und die Zeiten der japanischen Besatzung haben die Küche äußerst schmackhaft beeinflusst sowie das Verhalten seiner Bewohner sehr deutlich geprägt.


Durch Taiwan zu reisen, war kulinarisch äußerst spannend.
Dim Sum sind das Aushängeschild im weltbekannten Din Tai Fung, die berühmte Beef Noodle Soup schmeckt in der Yunkan Street am besten und auf den Nachtmärkten in Taipeh und Tainan werden herrliche Snacks bereitet, wenn auch so einiges dem europäischen Gaumen nicht sehr zuträglich ist: Hühnerfüße, Innereien und der berühmte, stinkende Tofu. Sogar Hugh Jackman ließ sich dieses geruchsintensive Mahl schmecken, es braucht wohl jemanden wie Wolverine, um mutig genug zu sein, davon zu kosten.


Bleiben wir lieber bei allem, was wohlriechend ist und schmeckt, denn davon gibt es ausreichend: bestes Sushi und Sashimi, mit süßer Bohnenpaste gefüllte Wheel Cakes, geschabtes Mangoeis mit Panna cotta-Topping, frittierte Meeresfrüchte mit köstlicher Soße und für die Verwegenen unter uns Schokoladenmousse serviert in einer passenden Toilettenschüssel im Restaurant Modern Toilet. Hier speist man nicht nur aus Sanitärartikeln im Miniformat, sondern auch auf einer Toilette sitzend. Guten Appetit!



Taiwan ist so ausgefallen wie schön. Die landschaftlichen Reize
haben sich mir am Sonne-Mond-See präsentiert, der wunderschön eingebettet zwischen sanften Hügeln liegt. Die wohl schönste Art, die Umgebung zu entdecken, ist mit dem Fahrrad und so bin ich am See entlang gefahren und habe hier und da gestoppt, um die herrliche Landschaft zu genießen. Das Angebot ist vielfältig und gern hätte ich die eine oder andere Wanderung unternommen, zu verlockend waren aber die Sehenswürdigkeiten am See, allen voran der Wen Wu-Tempel der als schönster in ganz Taiwan gilt.


Das war er auch: Ein Ensemble aus traditioneller chinesischer Tempelkunst, nebst duftender Räucherstäbchen, überbordender Deckenornamentik, kunstvoller Reliefs im hinteren Bereich und dies alles in direkter Nachbarschaft zum Sonne-Mond-See: Ansichtskartenpanorama pur!
Jede einzelne Stufe des langen Aufstiegs ist die Aussicht von der Spitze der Cien-Pagode wert: Mystisch in leichten Nebel gehüllt lag er da, der See, und die Stille wurde nur durch das klangvolle Läuten der schweren Glocke durchbrochen, die ein jeder Besucher in der Pagode läutete.



Wenn wir schon einmal bei schönen Bräuchen sind, so kann ich vom schönsten Erlebnis auf meiner Reise berichten. Im Distrikt Pingxi, in Neu-Taipeh, werden während des Lantern Festivals unendlich viele Himmelslaternen steigen gelassen, ein Spektakel, dass man sich nicht entgehen lassen sollte! Ungewöhnlich ist der Ort des Geschehens, werden die Laternen auf Zuggleisen in den Himmel steigen gelassen und das Gleis immer wieder für herannahende Züge geräumt.


Um möglichst vielfältige Wünsche zu bedienen, habe ich mit meiner Begleitung eine mehrfarbige Laterne erstanden, die wir mit unseren Wünschen bemalten. Und dann ging es schon los, ein Mitarbeiter des Ladens gab uns Instruktionen, schnappte sich meine Kamera, um alles aufzunehmen, und schon füllte das Feuer die Himmelslaterne mit warmer Luft. Wir ließen sie hinaufsteigen und dachten: Bloß nicht abstürzen!!! Das tat sie nicht, sie stieg in den Himmel, bereit unsere Wünsche zu erfüllen. Einen hab ich mir aber für das nächste Mal Taiwan aufgehoben...


Taiwan? Unbedingt einen Besuch wert!


Greta John

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